Tage in Leipzig (10. – 13.10.2026)

Sie werden staunen wie reichhaltig die Tagesordnung war für eine so lange Sitzung. Jedoch ist es schnell zu verstehen, wenn man hört, dass in den einzelnen Regionen oft keine Treffen mehr stattfinden und wir jede Möglichkeit nutzen um nicht nur zu tagen, sondern ein Stück Gemeinschaft zu leben. Hierfür eignete sich das Inklusionshotel „Philippus“ wunderbar. Eine Kirche mit angeschlossenem Gemeindehaus, das zum Hotel umgebaut wurde. Der erste Eindruck war ein wenig verwinkelt, aber trotz aller Stufen und Ecken, ein barrierefreies Hotel.
Begonnen haben wir am Donnerstag im „Historischen Saal“ des Hauses, der für die Tagungspunkte unserer Tage unser Domizil war. Nach einem Einblick in die Geschichte und die jetzige Nutzung von Kirche und Haus gab es erst einmal eine schöne Tasse Kaffee und leckeren Kuchen. Und wie heißt es so schön „Essen hält Leib und Seele zusammen“ nutzten wir nach der Stärkung die Gelegenheit aus dem Saal in die Kirche zu wechseln. Hier gestaltete unser „Geistlicher Beirat“ Gerald Nolte und unsere erste Vorsitzende Bernadette Schmidt an der Orgel eine Andacht, die nicht zum Hören, sondern zum Mitfeiern einlud.
Das Abendessen war im Biergarten geplant, aber das Wetter zeigte sich mit seinen Temperaturen nicht so freundlich wie wir es gehofft hatten. An dieser Stelle spürten wir den Geist des Inklusionshotels, wir wurden von den Angestellten gefragt: Ob wir lieber das Abendessen im Saal einnehmen möchten, da es hier gemütlicher ist bei den herrschenden Temperaturen. Der Service war trotzdem wie im Biergarten, zuvorkommend und schnell.
Nach einer kurzen oder langen Nachtruhe, je nach Durchhaltevermögen ging es zu einem leckeren Frühstück. Und keiner brauchte Angst am Buffett zu kurz zu kommen, da er es nicht überblickte, hier war sofort eine helfende Hand mit einem geliehenem Augenpaar zur Stelle und erzählte alles was es gab. Doch damit nicht genug, die Speisen wurden nach Wunschliste an den Platz gebracht und sobald der erste Hunger gestillt war wurde nach Nachschub bei Getränk oder Brötchen gefragt. Ein Service, der alle beeindruckte und sicher noch lange im Gedächtnis bleibt. Gelebte Inklusion!
Gestärkt ging es nun zu einer Führung im Zoo. Für wen der Weg zur Straßenbahn zu beschwerlich war, der stieg ins Auto und wurde bis vor den Eingang gefahren. Um hier alle daran teilhaben zu lassen hatten wir zu zwei Führungen für sehbeeinträchtigte Menschen auch zwei Rollstühle bestellt. So konnte für alle Teilnehmer der Zoobesuch ein Erlebnis werden. Unsere blinden Teilnehmer hatten natürlich nicht so viel davon, nahe an die Gehege herangeführt zu werden, konnten aber durch gutes Erzählen und die mitgeführten Utensilien der Führenden verschiedene Fellstücke, unterschiedlichste Vogelfedern und verschiedene Eier in die Hand nehmen. Hätten Sie gewußt wie groß ein Ei von einem Colibri ist? – So groß wie ein „Tictac“!
Danach gab es Zeit zum Shopping in der Großstadt, einem Cafébesuch oder einfach zum Ausruhen, nur für den Vorstand nicht – dieser traf sich zu seiner Herbstsitzung. Zum Abendessen ging es wieder in die Stadt und da es uns so gut gefiel blieben wir sitzen und genossen im Anschluss einen Kabarettabend. Hier gab es Dinge zum Schmunzeln, herzhaft Lachen und Nachdenken. So manchem ist die Sache mit dem Wald (Ökologie), der Beitrag mit den Schweinen (Überfluss und Völlerei oder die beiden alten Herren bei ihrem Zoobesuch (einem Vergleich von Zoo und Altenheim) in Erinnerung geblieben. Sicher gab es noch viele andere Beiträge, aber können Sie sich Witze und die Pointen immer merken!
Am Samstag war es dann soweit und nach dem Frühstück konnte die Mitgliederversammlung beginnen. Neben Regularien, Rechenschaftsbericht der letzten zwei Jahre und Ausblicke in Richtung Zukunft (Vorstandsbesetzung, Satzungskonformität und Planung von Veranstaltungen) konnte unserem „Geistlichen Beirat“ Gerald Nolte die Ernennungsurkunde von Bischof Neymeyr überreicht werden.
Nun hatten wir zugehört und diskutiert, ein lecker Süppchen zu uns genommen und noch ein „Schälchen Hesen“, wie es in Sachsen heißt, bevor wir wieder in die Stadt Aufbrachen. Unser Ziel war die Thomaskirche zur samstäglichen Motette. Hier erwartete unsere Ohren nicht der Gesang der Thomaner, an diesem Samstag gestaltete der „Fanny-Hensel-Chor“ der Singakademie zu Berlin gesanglich den Gottesdienst mit. Immer wieder schön, Gesang zur Ehre Gottes zu hören bzw. zu genießen.
Der Tag endete mitgewohnt leckerem Abendessen im Hotel und lies viele noch gemütlich beisammen sitzen.
Den Abschluss unserer Tage bildete eine Messe, in der nahegelegenen Liebfrauenkirche, zum Thema „Schöpfung“. In dieser war die ganze Gemeinde gefordert im ersten Teil, der die Kinder stark mit einbezog und anschließend gab es die Predigt für die Erwachsenen. Musikalisch gestaltet wurde die Messfeier von den Chören aus den Gemeinden der Pfarrei.
Danach ging es mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof oder ins Auto.
So gingen unsere Bistumstage zu Ende in die die Mitgliederversammlung eingebettet war. Nun konnten wir mit unseren Erlebnissen wieder an die einzelnen Orte in vier unserer Bistümer fahren und von der gelebten Gemeinschaft erzählen.
Hier sei nur noch erwähnt:
Wer Leipzig mal besuchen möchte, dem kann man das Inklusionshotel „Philippus“ nur empfehlen!